Biographie

Etta Scollo wird in Catania geboren, wo sie zur Schule geht und am Kunstzweig des Gymnasiums Abitur macht. Mit 18 Jahren nimmt sie in Turin ein Architekturstudium auf, das sie aber abbricht, um sich ganz der Musik widmen zu können.

1983 gewinnt sie den ersten Preis des "Diano Marina-Jazz Festival", das von dem Jazzkomponisten Giorgio Gaslini geleitet wurde. Gleichzeitig nimmt sie an einem dreijährigen Gesangskurs am Wiener Konservatorium teil.

Zwischen 1983 und 1987 arbeitet sie, sowohl bei Schallplattenaufnahmen als auch bei Konzerten, mit Künstlern wie dem Saxophonisten Eddie Lockjaw Davis, Sunnyland Slim und Champion Jack Dupree. In demselben Zeitraum nimmt sie an Gesangslehrgängen mit Künstlern wie Bobby Mc Ferrin und Sheila Jordan teil. In diesen Jahren hat sie auch in der Popszene Erfolg mit der Coverversion von „Oh Darling“ der Beatles, die sie wochenlang auf den ersten Platz der österreichischen Hitparade bringt und ihr eine Goldene Schallplatte einbringt.

In den 1990er Jahren zieht sie nach Hamburg, wo sie sich neuen musikalischen Richtungen zuwendet. Mit dem Ensemble L'art pour l'Art (s. Palimpsest von H. J. Hespos) führt sie Experimente mit zeitgenössischer Musik durch. Sie verfasst Tonspuren, z. B. Come la pioggia für den Film "Für immer und immer" von Hark Bohm und den Titel I tuoi fiori für den Film "Bad Guy" des koreanischen Regisseurs Kim Ki-Duk. Durch ihre Tourneen und ihre Alben Blu, Il bianco del tempo (Orbit Rec.) und Casa (Mongebel) ist sie heute eine der beliebtesten italienischen Künstlerinnen in Deutschland.

Zurzeit lebt sie in Berlin und auf Sizilien, wo sie sich dem Komponieren und der Erforschung traditioneller Musik widmet. Für ihre Rosa Balistreri gewidmete Arbeit, zusammengefasst auf der Doppel-CD/DVD Canta Rò (Soulfood), erhält sie den „Premio RUTH 2007“ und den „Premio Rosa Balisteri-Alberto Favara VIII 2008“.

2007 nimmt sie gemeinsam mit Franco Scaldati und Enrico Sassi am Liederabend La mia vita vorrei scriverla cantando teil – einer Hommage an Ignazio Buttitta, und geht mit Les Siciliens auf Tournee, einer Darbietung zwischen Traum und Wirklichkeit, Geschichte und Mythos ihrer Insel. Daraus entstand ein Livealbum.

2008 veröffentlicht sie das poetisch-musikalische Projekt Il fiore splendente, eine Hommage an die arabischen Dichter, die vom 9. bis 12. Jahrhundert auf Sizilien  lebten und schrieben. Dazu inspirierte sie die Anthologie arabischer Dichter Siziliens, herausgegeben von Francesca M. Corrao (©2002, Mesogea by GEM srl).  Bereichernd wirkt sich bei diesem Projekt die wertvolle Mitarbeit von Künstlern wie Franco Battiato, Giovanni Sollima, Markus Stockhausen und Nabil Salameh aus.

2009 spielt sie Hauptrolle der Helena in der musikalischen Aufführung von Faust II von Johann Wolfgang von Goethe, mit Musik des zeitgenössischen Komponisten Karsten Gundermann, ausgeführt von der Deutschen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Alexander Shelley.

Im selben Jahr schreibt Etta Scollo Kompositionen und bearbeitet Verdis Originalmusik für eine zeitgenössische Inszenierung von Rigoletto an der Neuköllner Oper in Berlin.

Im November 2010 wird Etta Scollo in Palermo am „Teatro Massimo“ in „Alice im Wunderland“ die Rolle der Alice spielen. In der Zwischenzeit arbeitet sie an einer bühnenmusikalischen Inszenierung, zu der sie der Roman Lunaria des Schriftstellers  Vincenzo Consolo inspiriert hat.

Etta Scollo 2008 © IMPRESSUM